AfD Aichach Friedberg

Beste Freunde soll niemand trennen oder auch „der Landrat und ich“

Der Landrat und ich – eine Glosse von Kreisrat Willi Mair

Vor ein paar Jahren noch hätte ich mir nicht vorstellen können, im schmutzigen politischen Geschäft zu landen. Aber dann kamen die Rechtsbrüche unserer Regierung, die Installierung eines demokratisch nicht kontrollierbaren europäischen Zentralstaats, die unverantwortliche Asylpolitik.
Ich könnte die Liste noch ein Weilchen fortsetzen, was ich sagen will ist: Ich habe mich ziemlich geärgert über die Politik und über unsere Politiker.

Und dann noch unsere Qualitätsmedien…

Also Freunde fürs Leben werden wir wohl nicht mehr werden, der Landrat und ich. Und auch keine „Kollegen“, so bezeichnet er nämlich einen Teil der Kreisräte, nach einem mir unbekannten Auswahlverfahren.

Freunde werden wir u.a. deshalb nicht, weil er vorgeführt hat, wie man seine Schäfchen ins Trockene bringt und trotzdem gut dasteht.

Was ich meine ist folgendes: Im Vorfeld der konstituierenden Sitzung des neuen Kreistags wurde angesichts des sich abzeichnenden wirtschaftlichen Schadens durch die Corona-Maßnahmen als politisches Signal vereinbart, dass die bisherigen Aufwandsentschädigungen nicht erhöht werden sollten. Eine gute Idee, dachte ich und so kam es, dass ich, als über die künftige Aufwandsentschädigung des Landrats (1.352,78 € pro Monat) Bonus zum normalen Gehalt entschieden wurde, zustimmte – wie die 59 anderen Kreisräte auch, zumal der Vorschlag der Verwaltung in der Sitzungsvorlage durch bestimmte Formulierungen eine
nahtlose Kontinuität suggerierte („eine über viele Amtsperioden bewährte Praxis“).

Ausdrücklich nicht aufgeführt war, dass das eine deutliche Erhöhung um 191,50 € bedeutet. Auf spätere Rückfrage von mir beim Landrat wurde ich belehrt, dass das auf Zustimmung in der Besprechung mit den
Fraktionsvorsitzenden gestoßen sei.

Eine Nachfrage an unseren Fraktionschef ergab aber, dass diese Erhöhung wohl in dieser Runde ähnlich kommuniziert wurde wie in der Sitzungsvorlage zur ersten Kreistagssitzung (nämlich gar nicht oder nur sehr vage). Formal jedoch ist nach Protokoll alles ordnungsgemäß abgelaufen.

So ärgerte ich mich über mein Abstimmverhalten, bis mir schließlich der Hinweis von Dr. Metzger auf die durchschnittlich höheren Entschädigungen von Landräten in benachbarten Landkreisen
auffiel.

Da wurde mir schlagartig klar, dass ich unserem Landrat grob Unrecht tat. Es müssen sich teils dramatische Szenen abgespielt haben in der vorigen Legislaturperiode.

Man stelle sich z. B. vor, Dr. Metzger beim Landratsstammtisch (aka „Dienstbesprechung“) in der gehobenen Gastronomie: Während sich die Kollegen ein üppiges 5-Gänge-Menü zusammenstellen, hat unser erster Mann nur die Auswahl zwischen einer Portion Spätzle oder einem
Kinderschnitzel. Und als dann die dritte oder vierte Runde Bier bestellt wird (alkoholfrei selbstverständlich) und unser Landrat immer noch von seinem kleinen Wasser zehrt, kann er sich des Spotts seiner Amtskollegen sicher sein.

Oder der Gang zum Schuster im abgenutzten Anzug aus der Referendarzeit, um die Schuhe nun ein drittes Mal neu besohlen zu lassen. Wie entwürdigend! Und das alles, weil das Geld für Neuanschaffungen einfach hinten und vorne nicht reicht. Schließlich erhält er nur ein Gehalt nach Besoldungsstufe B6 (d.h. knappe 10.000 Euro p. M.). Da wird der ein oder andere Bürger in kleinen Verhältnissen nachfühlen können wie es ist, jeden Cent zweimal umdrehen zu müssen.

Ich bin nun doch froh, dass ich der Erhöhung auf das gesetzliche Maximum zugestimmt habe, um dieser Not ein Ende zu setzen!

Bei genauerer Betrachtung profitieren auch alle Landkreisbürger
davon, denn wenn man den Soziologen glauben darf, etabliert sich ein Vorurteil über die Herkunft eines Menschen -auch bar jeder Grundlage- ja oft sehr schnell und hartnäckig.

So ist es dann schon denkbar, daß vom Landrat auf alle Bürger des Landkreises geschlossen würde und in Zukunft Aichach-Friedberg sich als der „Arme-Leute-Landkreis“ ins kollektive Gedächtnis einschriebe.

Dieses Stigma ist nun Gott sei Dank abgewendet.

Ja wahrlich Freunde fürs Leben werden wir nicht mehr, aber ein bisschen Spaß werden wir schon noch miteinander haben, der Landrat und ich*.

*Also ich zumindest, ich möchte mir nicht anmaßen für den Landrat zu sprechen.

Willibald Mair

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